Sonntag, 27. Oktober 2024

Trastevere und Schluß

 Das war noch mal ein Tag! Anstrengend, aber viele Eindrücke. Unser Zug fährt um 16.20 Uhr nach Pisa. Die Gepäckaufbewahrung am Bahnhof wurde deutlich reduziert wegen Terrorgefahr. Also lassen wir unser Gepäck in unserem Gästehaus. Dieses war absolut in Ordnung, aber alles läuft anonym ab. Wir haben den Vermieter nie gesehen, wurden nur mit ständigen Mails und Anweisungen genervt. Bis 10 Uhr sollen wir die Zimmerschlüssel abgeben, aber die brauchen wir ja noch, um das Gepäck wieder holen zu können. Die nächsten Gäste kommen frühestens um 15 Uhr, bis dahin haben wir die Schlüssel längst abgegeben. Aber das bringt die anonyme Macht aus der Fassung, weil es nicht so läuft, wie er/sie/es es will.


Uns egal, wir haben genug bezahlt. Wir laufen noch mal durch die uns mittlerweile ein wenig vertraute Innenstadt. Piazza Navona, Campo dei Fiori, Piazza Farnese mit der französischen Botschaft, die wunderbare Via Gulia und dann über den Tiber nach Trastevere, wo wir noch nicht waren.

Dort gibt es enge Gasse, romantische Winkel und jedes fünfte Haus ist eine Kneipe oder Restaurant. Jetzt am Sonntagvormittag geht es, aber Samstagabend ist es wohl gut gefüllt, das Vergnügungsviertel von Rom.


Wir stärken uns, ein netter, älterer Italiener am Nebentisch mit weißem Hut, rotem Jacket, Zigarette im Mund, die Sportzeitung lesend, gibt uns den Tipp, uns die Basilika Santa Maria in Trastevere anzuschauen. Machen wir, wieder eine tolle, relativ kleine, Kirche mit ganz eigenem Charakter.


Foto der Basilica aus dem Internet. Ist besser als meines.


Natürlich gibt es in der Nähe einige Möglichkeiten für ein Mittagessen. Wir konzentrieren uns auf die regionalen Spezialitäten: Penne Cacio e Pepe, frittierte Artischocken, Vino della Casa.


Dann ist es Zeit für den Weg zurück zum Gästehaus, wo der Anonymos schon mächtig nervös ist. Wir laufen einfach am Ufer des Tibers zurück, ein wunderschöner Spaziergang bei wunderschönem Wetter.


Donatella mit Lieblingszeitung unterm Arm



An den Anblick kann man sich gewöhnen




In der Ferne taucht die Engelsburg auf. Jetzt ist es nicht mehr weit.


Einfach toll, auch wenn wir unsere Füße spüren

Wir holen unser Gepäck, geben die Schlüssel ab, suchen unseren Bus zum Bahnhof und müssen warten. Die Bahn hat Verspätung, 15 Minuten. Der Bahnsteig, wo der Zug einfährt, wird erst ganz kurzfristig bekannt gegeben. Da heißt es aufpassen. Der Bahnhof ist rappelvoll, die Schnellzüge sind ausgebucht und alle 5 Minuten kommt einer an oder fährt raus. Dann schieben sich dicht gedrängte Menschenmassen den Bahnsteig entlang. Ohne Reservierung keine Chance. Unser Zug wir umgeleitet. Er fährt nicht Rom-Pisa am Meer entlang, sondern Rom-Florenz-Pisa durchs Landesinnere. Für die 270 km von Rom nach Florenz braucht der Zug 1 Stunde 19 Minuten. Hui!

Wir werden müde. Das Gepäck, die vielen Menschen, der Lärm, die Ungewissheit, wo der Zug abfährt. Aber schließlich sitzen wir im picke-packe vollen Zug und brausen durch die Landschaft und viele Tunnels.

Von Pisa müssen wir dann noch nach Pontedera umsteigen. Auch hier etwas Verspätung, aber die stört uns kurz vor dem Ziel nicht mehr. 

Schließlich erreichen wir die Wohnung. Trinken, essen Schinken, Käse und altes Brot, das Donatella aufbäckt, unterhalten uns aufs Beste in drei Sprachen und fallen todmüde ins Bett. Schön war‘s!


A dopo!