Montag, 21. Oktober 2024

Livorno

 Nachdem der Wettergott uns gezeigt hat, was er so drauf hat, - intensiven Regen den ganzen Tag, katastrophale Überschwemmungen in der Emilia-Romagna - betreibt er heute Wiedergutmachung und beschenkt uns mit einem warmen, trockenem Tag. 24 Grad, Sonne, klare Luft, leichter Wind.

Es ist Sonntag und die Menschen strömen hinaus, auf die Straßen, in die Cafes, ans Meer, das in Italien ja nie weit weg ist.


Wir wollen Livorno einen Besuch abstatten und uns der Stadt von Marina di Pisa aus nähern, einem Vorort von Pisa. Die Menschen flanieren am Meer entlang, lutschen Eis, sind gut gelaunt. Vera möchte hier verweilen, also flanieren wir mit, setzen uns in ein Cafe und genießen die Atmosphäre.


Flohmarkt in Marina die Pisa

Unsere leicht depressive Delle von gestern ist überwunden und wir fahren nach einem Salat und gestärkt durch ein Glas Weißwein/Aperol am Ufer entlang nach Livorno.


Tutto va bene? Si!


Ein großer Hafen mit Containerhalden, Kränen, Lagerhallen, häßlichen Straßen empfängt uns. Die Idylle ist vorbei, Livorno ist eine Großstadt mit einem Industriehafen. Wir bestaunen den riesigen Platz der Republik, fahren die Via Grande entlang mit ihren modernen, eleganten Geschäften und Bürohäusern und parken dann am Aquarium. Wir laufen über die wunderbare Terrazza Mascagni, setzen uns in ein Cafe und beobachten das gelassene Treiben.


Terrazza Mascagni


Nach einem Warmen Herbsttag



Relaxt, entspannt, voll cool. 

Es wird Kaffe und Wein getrunken, oft wird auch geraucht, ein mittlerweile für uns ungewohnter Anblick. Ich trinke einen Ponce Livornese, der gefährlich gut schmeckt. Wir fühlen uns entspannt, Raum und Zeit entrückt, zumal sanfte Karibikrythmen über den Platz klingen.

Langsam ändert sich das Licht, die Schatten werden länger, Zeit sich Gedanken zu machen, wo wir zu Abend essen. 


Ponce Livornese




Cafe an der Terrazza Mascagni


Eigentlich wollten wir einer Empfehlung unserer Gastgeberin folgen, die wieder bei einer „reunione“ ist, und ein Restaurant im Alten Hafen aufsuchen. Aber die Autoschlange entlang des Hafens und die Menschenmenge, die unterwegs ist, machen uns klar, was los ist. Erstens fast unmöglich, einen Parkplatz zu finden. Und zweitens wird man ohne Reservierung keinen Platz im Restaurant finden.

So picken wir uns in Marina di Pisa ein zufällig gewähltes Fischrestaurant heraus. Hier sind deutlich weniger Menschen unterwegs und das Restaurant macht von außen einen guten Eindruck.

Es ist 19 Uhr, aber das Restaurant ist komplett leer. Wir wollen trotzdem einkehren, aber es macht erst in einer halben Stunde auf. 


Marina, kurz vor der Essenszeit


Wir schlendern in Marina am Strandufer entlang, nehmen einen Aperitif zu uns und genießen den schönen Abend. Dann kehren wir zum Fischrestaurant zurück, es ist mittlerweile komplett gefüllt. Bis auf unsere zwei Plätze, die sie uns dankenswerterweise übrig gelassen haben. Wir essen fürstlich alles, was das Meer hergibt, ausgezeichnetes Essen. Neben uns sitzt eine dünne Frau mit ihrem schweigsamen Mann und ißt konzentriert ihren großen Fisch. Als wir mit unserem Essen fertig sind, bestellt sie sich das selbe Essen noch mal und dazu noch eine große Portion Pommes Frites. Boh ey! Da sagst du nichts mehr. Wir sind beeindruckt.

Wir verabschieden uns, nachdem wir ihr ziemlich aufdringlich auf den Teller geguckt hatten, mit einem freundlichem Buona Sera und erhalten als Antwort: Auf Wiedersehen und guten Appetit! Ein wunderbarer Abend nach einem wunderbaren Tag endet in Freundschaft und gemeinsamer Dankbarkeit für das gute Essen.